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Heilpraktiker D. Berendes

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Gesunderhaltung durch fernöstliche Bewegungsübungen



Der kulturelle Einfluß Ostasiens gewinnt in unserer westlichen Welt zunehmend an Bedeutung. Damit einhergehend auch medizinische Therapiemethoden, die bis vor kurzem bei uns völlig unbekannt waren. Ayurveda aus Indien, Shiatsu aus Japan und der große Bereich der traditionellen chinesischen Medizin. Besonders das aktive Vorbeugen von Krankheiten steht hier im Vordergrund. So sind uns allen die Bilder von hunderten von Menschen bekannt, ob jung oder alt, die morgens in den Großstädten Chinas im Park oder auch vor den Werkstoren der Fabriken ihren Bewegungsübungen nachgehen. Sehr häufig sind dies Bewegungen des Tai Chi Chuans oder des Qi Gong.

Was sind dieses für Übungssysteme und was bewirken sie?
Nun, Qi Gong (sprich:Tschi Gung) ist eine aus China kommende Methode zum Erhalt und Erzielung eines gesunden Lebens. Sie beruht auf uraltem Wissen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Im Gegensatz zur Akupunktur oder Arzneimitteltherapie der TCM erfordern die diversen Qi Gong Techniken keine äußere Anwendung von Nadeln oder Moxa durch einen Therapeuten oder die Einnahme von Medikamenten. Der Übende versucht vielmehr selbst, das Qi, die sogenannte Lebensenergie in seinem Körper zu spüren und es entsprechend durch diesen zu leiten. Dies geschieht im wesentlichen durch drei Faktoren: 1. durch eine spezielle Atemführung, 2. durch bestimmte Bewegungen, Körperhaltungen und Massageübungen, 3. durch meditative Konzentration und autosuggestive Vorstellung. Diese drei Hauptkomponenten des Qi Gong ermöglichen es dem Übenden, das Qi, also die Energie, in seinem Körper zu leiten, Blockaden im Qi-Fluß zu beseitigen und auf diese Weise Krankheiten vorzubeugen oder sie zu behandeln. Qi Gong hat vielfältige psychosomatische Wirkungen. Unzweifelhaft wirkt es beruhigend und entspannend. Eine längere Übungspraxis führt zu einer Grundgelassenheit, die die Stressbewältigung im Alltag verbessert. Qi Gong regt den Kreislauf und die Durchblutung an, chronische Kälte in Händen und Füßen verschwindet, Blutdruckwerte – sowohl niedrige, als auch erhöhte – nähern sich der Norm. Regelmäßiges Qi Gong Üben führt zu einer Stabilisierung des Immunsystems, chronische Infektanfälligkeit kann gebessert werden. Der günstige Einfluß auf die Atmung wird vom Übenden meist deutlich wahrgenommen. Die Atmung wird tiefer und es werden mehr Sauerstoff und Qi aufgenommen, gleichzeitig vermindert sich die Atemfrequenz. Gute Erfahrungen liegen vor bei Lungenemphysem und Asthma. Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates sprechen Schmerzen und Beweglichkeit gut auf regelmäßiges Üben an. Im Gegensatz zu Gymnastik oder Sport, bei denen Energie verbraucht wird, wird bei Qi Gong das Qi gestärkt und gesammelt. Daher ist es auch für Leistungssportler außerordentlich sinnvoll, parallel zum Training Qi Gong zu praktizieren. Qi Gong in seinen zahlreichen Möglichkeiten gibt dem Patienten, egal ob jung oder alt, die Gelegenheit, an seinem Heilungsweg mitzuarbeiten. Es kommt nicht darauf an, viele verschiedene Übungen zu lernen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit des Übens und die richtige Durchführung. Je intensiver geübt wird, zuerst unter Anleitung, später auch selbstständig, desto größer der Erfolg.

Tai Chi Chuan sind klassische Körperbewegungen, die der Gesundheit, der Selbstverteidigung und dem meditativen Wachstum dienen. Diese basieren auf der Wechselwirkung von Belasten- Entlasten, Spannung-Entspannung und folgen somit den Prinzipien von Yin und Yang. Obwohl Tai Chi Chuan heute vor allem wegen seiner gesundheitlichen Aspekte bekannt ist, war es früher in erster Linie eine Kampfsportart. Tai Chi Chuan bedeutet soviel wie: durch die Übung zur Vollendung, d.h. zum Einklang mit der Natur zu kommen. Der Begriff Tai Chi Chuan findet sich erstmals im Buch der Wandlungen (1. Ging-Buch der chinesischen Weissagungen). Er erscheint auch in den klassischen Schriften der chinesischen Medizin. Tai Chi Chuan lässt sich bis in die Tang-Dynastie (618-908 n. Chr.) zurückverfolgen. Die Menschen seinerzeit nahmen ihre Bewegungen aus der Natur und aus dem Tierreich auf. Da es beim heutigen Tai Chi Chuan vor allem um Entspannung, Atemkontrolle, geistige Konzentration, runde, langsame Bewegungen geht, hat es viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So verbessert sich nicht nur die Körperhaltung, sondern auch Kreislauf, Stoffwechsel und die Nervenfunktion. Es beansprucht im Verlauf der Einzelbewegung alle Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen, so dass bei regelmäßigem Üben in ausgewogener Weise eine gute Flexibilität des Körpers erreicht werden kann. Körper, Geist und Seele werden wieder zu einer Einheit. Auch dieses Übungssystem kann bis ins hohe Alter praktiziert werden. Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin ist die Gesundheit des Menschen vom gleichmäßigen Fließen der inneren Energie, dem Qi, in den Energieleitbahnen, den sogenannten Meridianen, abhängig. Kommt es zu einer Stauung innerhalb dieser Energieleitbahnen, führt dies zu Unwohlsein bis hin zu Krankheit. Durch regelmäßiges Üben von Tai Chi Chuan und Qi Gong werden diese Meridiane positiv beeinflusst, Blockaden geöffnet und das Qi, die Lebensenergie kann wieder ungehindert fließen. Krankheiten wie Asthma bronchiale, Herz-Kreislauf Erkrankungen, Osteoporose, Stress-Syndrom, Schlafstörungen u.a. können langfristig positiv beeinflusst werden.


Layout © J. Ludwig, Februar 2004