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Rheuma – Volkskrankheit Nr. 1
Chancen der Naturheilkunde



Der Begriff „Rheuma“ ist mehr als 2000 Jahre alt. Er stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „fließender Schmerz“. Bereits in der Antike wurden darunter alle im Muskel- und Gelenksystem „herumziehenden“ Schmerzen verstanden, von denen man annahm, dass sie durch im Körper zirkulierende Krankheitsstoffe ausgelöst würden.

Auch heutzutage noch ist Rheuma ein Sammelbegriff für alle schmerzhaften, teilweise mit erheblicher Funktionsbeeinträchtigung und chronischem Verlauf einhergehenden Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates. Besondere Bedeutung ist dieser Erkrankung beizumessen, wenn man sich vor Augen hält, dass mindestens 4% der Weltbevölkerung an irgend einer Form von Rheuma leiden. Allein in Deutschland sind rund 4 Millionen Bundesbürger von Krankheiten des rheumatischen Formenkreises betroffen.

Es lassen sich die Erkrankungen des sog. rheumatischen Formenkreises in vier wesentliche Gruppen einteilen. Zum entzündlichen Rheumatismus gehören Erkrankungen wie M. Bechterew, Gelenksentzündungen bei der Schuppenflechte, Kollagenosen und das durch Bakterien verursachte rheumatische Fieber. Der degenerative Rheumatismus umfasst Verschleißerscheinungen der Gelenke und der Wirbelsäule. Unter Weichteilrheumatismus werden diffuse Muskel- und Gelenkschmerzen wie beim Fibromyalgie-Syndrom oder die schmerzhafte Schultersteife zusammengefasst. Die letzte Gruppe umfasst rheumatische Beschwerden als Folge einer anderen Grunderkrankung wie z.B. Gicht oder Morbus Crohn.

Angesichts der verschiedenartigen Rheumaformen ist es an dieser Stelle müßig auf die einzelnen Symptome einzugehen.

Krankheiten des rheumatischen Formenkreises sind für die Naturmedizin kein lokales Geschehen, sondern stets eine Erkrankung des ganzen Menschen. Im Mittelpunkt des Interesses steht nicht ein erkranktes Organ sondern stets der ganze Mensch mit seiner untrennbaren Einheit von Körper, Geist und Seele. Es werden insbesondere auch vererbte und erworbene Eigenschaften, Schwachstellen und Anfälligkeiten für bestimmte Leiden berücksichtigt. Zu beachten sind vielfache langjährige Störungen im Säuer-Basen Haushalt des Patienten mit Übersäuerung des Gewebes. Störfelder und Herdgeschehen oft im Bereich entzündlicher Zähne, Nasennebenhöhlen und Mandeln aber auch im gynäkologischen oder urologischen Raum können rheumatische Krankheiten auslösen, unterhalten und verschlimmern. Pilzliche oder bakterielle Fehlbesiedlung im Magen-Darm Bereich führen zur Bildung von Schadstoffen, die im Körper Wegbegleiter rheumatischer Erkrankungen werden können. Auch Belastungen durch Schwermetalle (z.B. Amalgam), Pestizide oder Lebensmittelzusatzstoffe begünstigen rheumatoide Prozesse.

Anhand eigener Erfahrungen wird ebenso der Einsatz von Blutegeln von den Patienten als sehr positiv empfunden. Die Enzyme, die der Blutegel in den Bereich der Ansatzstelle entlässt, wirken entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd und entstauend. Das umgebende Gewebe wird entsäuert und der Lymphfluß angeregt und somit werden auch hierdurch die Mikrozirkulation des Blutes und der lokale Nährstoffaustausch angeregt.

Die therapeutisch in der Schulmedizin angewendeten schmerz- und entzündungshemmenden sog. Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) führen, über längeren Zeitraum eingenommen, oft zu gefährlichen Nebenwirkungen, wie beispielsweise Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Verschiedene pflanzliche Rheumamittel haben denselben positiven schmerz- und entzündungslindernden Effekt, jedoch treten weniger Störungen im Magen-Darm-Trakt auf. Rheumakranke haben ein verstärkten Verbrauch von Ascorbinsäure im Bereich der Gelenksentzündungen. Daher empfiehlt sich eine Verabreichung hochdosierter Vitamin-C Kuren als Infusionen mit entzündungshemmender, abschwellender und schmerzlindernder Wirkung. Natürlich bedarf es in vielen Fällen auch einer Umstellung der Eßgewohnheiten, besonders dort, wo bakterielle und pilzliche Vorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorliegen. Oben genannte Störfelder und Schmerzareale lassen sich zusätzlich neuraltherapeutisch behandeln. Ein weiterer Baustein in der naturheilkundlichen Rheumatherapie gilt der Ausleitung von Toxinen und der Anregung des Lymphsystems. Das regelmäßige Ausüben von Entspannungsverfahren und Bewegungsübungen wie z.B. Tai Chi Chuan oder Qi Gong, natürlich unterhalb der Schmerzgrenze verhindert das „Einrosten der Gelenke“ und führt zur körperlichen und seelischen Ausgeglichenheit.

Sie sehen, die Naturmedizin verfügt also über ein vielfältiges Spektrum biologischer Behandlungsstrategien, von denen hier leider nur einige erwähnt werden können, die als Ergänzung oder Alternative zur konventionellen Rheumatherapie zum Einsatz kommen können.


Layout © J. Ludwig, Februar 2004