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Das Fibromyalgie-Syndrom – was nun?



Das Fibromyalgie-Syndrom ist gekennzeichnet durch belastungsabhängige Schmerzen, die überwiegend in der gelenknahen Muskulatur im Ansatzbereich der Bänder und Sehnen, in Wirbelsäulennähe einschließlich den Muskelansätzen am Hinterkopf, im Bereich des Brustbeins und in der Region der unteren Rippenbögen empfunden werden. Eine Vielzahl dieser schmerzhaften Stellen, reagieren auf Druck bzw. Berührung spontan besonders empfindlich. Je nach Ausprägung korrespondieren entfernt liegende Stellen am ganzen Körper mit schmerzhaften Reizen, u.a. als Folge von muskulären Anspannungen und Verhärtungen. Die Schmerzsymptomatik wird durch eine Vielzahl von vegetativen Symptomen und/oder funktionellen Störungen begleitet. Einige Grunderkrankungen, wie z.B.: Osteoporose, entzündliche Erkrankungen, Infektionskrankheiten, hormonelle Störungen, Tumore oder Stoffwechselerkrankungen lassen eine sekundäre Fibromyalgie entstehen. Die Schmerzorte sind zu Beginn lokal begrenzt und gehen meist mit physischen und psychischen Überlastungen sowie durch Fehlhaltung bedingten muskulären Reaktionen einher.

Zu den physischen Überlastungen können u.a. monotone, sich immer wiederholende Arbeiten (z.B.: sitzende Schreibtischtätigkeit) zählen. Psychosozialer Dauerstress (Arbeitsüberlastung, Ängste) wären der psychischen Überbelastung zuzuordnen. Es ist davon auszugehen, daß diese andauernde Überbelastung ursächlich für die Schmerzentstehung und -chronifizierung ist. Allgemein führen dauerhafte Stressbelastungen zu einer Schwächung der Immunabwehr und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Eine schmerzbedingte muskuläre Schonung bewirkt eine schmächtige Muskulatur, die folglich weniger belastbar ist. Konzentrations-, Wortfindungs– und Gedächtnisschwierigkeiten oder Stressunverträglichkeit, bedingt durch eine verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, reduzieren die Lebensqualität erheblich und fördern depressive Gedanken.

Die Beschwerden des Fibromyalgiesyndroms entwickeln sich über Jahre und basieren auf den unterschiedlichsten Ursachen, so daß die Therapie vielseitig, individuell auf jeden einzelnen Patienten zugeschnitten und der Therapiezeitraum sehr weitläufig anzulegen ist. Spontane Heilungsprozesse sollten daher nicht erwartet werden. Die Naturheilkunde bietet ergänzend oder alternativ zur Schulmedizin ein breites und tiefgreifendes Spektrum an sich ergänzenden Therapiemöglichkeiten. Im Vordergrund steht jedoch auch die Aufklärung des Patienten über die Krankheitszusammenhänge wie beispielsweise Ängste, Überforderungen oder perfektionistische Grundeinstellung. Identifikation und Bewußtmachung von Streßfaktoren und deren Beseitigung oder Minderung gilt es zu trainieren. An der Steigerung des Selbstwertgefühls, Konflikt– und Durchsetzungsfähigkeit ist in Gesprächen und sei es mit einem geschulten Therapeuten zu arbeiten. Fibromyalgie-Patienten sollten auf eine lacto-vegetabile Ernährung achten, die den Säure-Basen-Haushalt des meist übersäuerten Körpers regulieren. Hierzu werden vom Therapeuten gezielte Ernährungshinweise gegeben.

Chiropraktische Anwendungen, Massagen, Akupunktur sowie Neuraltherapie sind gezielte Maßnahmen, die positiv auf die gesamte Statik des Patienten einwirken, die ständigen Muskelverkrampfungen lösen, Schmerzzustände nehmen, die Blut– und Lymphzirkulation anregen und somit auch der Gewebsübersäuerung entgegenwirken. Verschiedene Ausleitverfahren (Schröpfen, Baunscheidtieren, Homöopathie, Phytotherapie) bewirken ebenfalls eine Gewebsentschlackung. Der große Bereich der orthomolekularen Medizin ergänzt durch hoch dosierte Gaben von Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen und Enzymen die Ernährung, führt zur Stoffwechselverbesserung, besonders des Muskelstoffwechsels und reduziert entzündliche Prozesse. Alte, chronische entzündliche Prozesse sowie Störfelder lassen sich durch Bioresonanz diagnostizieren und therapieren. Bewegungsübungen unterhalb der Schmerzgrenze (Yoga, Tai Chi Chuan, Qi Gong, Wassergymnastik) führen zu langsamen Muskelaufbau, Kräftigung der Muskulatur und ganz besonders auch zur geistigen und seelischen Ausgeglichenheit des Patienten.

Nur eine individuelle, auf den einzelnen Patienten angepaßte Kombination von verschiedenen Behandlungsmethoden führt langfristig zur Linderung und Behebung des Fibromyalgie-Syndroms.

Mindestens 11 der insgesamt 18 Hauptschmerzpunkte sollten spontan schmerzhaft auf Druck reagieren.




Layout © J. Ludwig, Februar 2004