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Heilpraktiker D. Berendes

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Sanfte Chiropraktik – Was ist das; was kann sie bewirken?



Über 80% der Bundesbürger haben mindestens schon einmal unter Rückenproblemen gelitten. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Angefangen mit chronischer Körperfehlhaltung und Fehlbelastung, ein einfaches „Verheben“, mangelnde Ausprägung der Muskulatur durch zu wenig Bewegung oder falsche Sitz- oder Arbeitsposition sowie chronische Organerkrankungen können schmerzhafte Wirbelblockaden hervorrufen. Ebenso Fehlstatik durch Beckenschiefstand oder Beinlängendifferenz. Die Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die derartige Wirbelfehlstellungen zu diagnostizieren und zu beheben weiß. Die Ursprünge weisen fast zweitausend Jahre zurück. Im Europa des Mittelalters waren es vor allem die umherziehenden Bader oder Barbiere, welche sich dieser Methode bedient haben. Um die Jahrhundertwende wurde dann in den USA durch David Palmer die Behandlungsmethode strukturiert und weiterentwickelt, so dass man ihn als Begründer der modernen Chiropraktik sieht. Er gab der Therapie auch ihren heutigen Namen (Chiropraktik, gr. d.h. mit der Hand machen). Die bis dahin üblichen Griffe wirkten im Regelfall systemisch, also nicht auf den Einzelwirbel bezogen und waren in ihrer Anwendung oft schmerzhaft für den Patienten, da mit sehr viel Kraft mangelnde Technik ausgeglichen wurde. Erstaunlich aus heutiger Sicht war dabei nicht, dass es gelegentlich zu Schädigung des Patienten kam, sondern eher, welches Maß an Belastung der menschliche Körper verträgt. Ausgehend von dieser Situation entwickelte Palmer Techniken, Wirbel einzeln und mit minimaler Belastung für den Patienten in ihre anatomisch korrekte Lage zurückzubringen, so dass ein Überdehnen von Bändern, wie bei veralteten Methoden noch möglich, kaum stattfindet.

Die Wichtigkeit auf eine korrekte Wirbelsäulenhaltung auch bereits im Kindesalter zu achten, wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Wirbelfehlstellungen nicht nur Muskeln, Bänder und Gelenke beeinflussen, sondern auch das Gefäßsystem, Nerven und die segmental zugeordneten inneren Organe können irritiert werden. Interessanterweise kann aufgrund des Aufbaus des vegetativen Nervensystems ein Wirbelfehlstand eine organische Fehlfunktion auslösen (z.B. Herzbeschwerden, Bluthochdruck oder Verdauungsstörungen). Umgekehrt ist es aber auch häufig zu beobachten, dass eine Organerkrankung wie z.B. die chronische Gastritis oder eine Entzündung im Urogenitaltrakt rezidivierende Wirbelfehlstände verursacht. Etwa 18% der 14-16jährigen berichten bereits über Rücken- oder immer wiederkehrenden Kopfschmerzen, die oft von einer Wirbelfehlstellung herrühren. Eine frühzeitige Erkennung und Korrektur der Wirbelsäulenprobleme ist somit wünschenswert und erforderlich, so dass einer Chronifizierung der Schmerzen und einer dauerhafte Fehl- und Schonhaltung Einhalt geboten wird.

Wie bereits erwähnt, gilt bei der Anwendung der sanften Chiropraktik ein besonderes Augenmerk der Muskulatur und dem Halteapparat der Wirbelsäule. Grundsätzlich sollte vor jedem chiropraktischen Eingriff die zugehörige Muskulatur gelockert werden, vorzugsweise durch Massage. Je lockerer die Muskulatur, desto weniger Kraft muß ausgeübt werden. Außerdem wird die Rezidivhäufigkeit drastisch gesenkt, d.h. die Tendenz des Wirbels aufgrund der nach dem Reponieren noch vorhandenen muskulären Fehlspannung wieder in seine falsche Position zurückzurutschen. Bei korrekter Anwendung der Techniken ist die Häufigkeit der Manipulation nicht begrenzt. Es kommt nicht, wie oft irrtümlich angenommen, zu einem Ausleiern des Bandapparates. Parallel und unterstützend zur chiropraktischen Behandlung sollten gezielte Maßnahmen zum Aufbau und Stärkung der Muskulatur durchgeführt werden.


Layout © J. Ludwig, Februar 2004